Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie Nr. 25 g-Moll KV 183
Josef Suk,Symphonie Asrael c-Moll op. 27Wolfgang Amadeus Mozarts sogenannte kleine g-Moll-Sinfonie aus dem Jahr 1773 hat wegen ihres rätselhaften Charakters unterschiedlichste und auch abenteuerlichste Deutungen erfahren. Fest steht, dass die Sinfonie durch ihre formale Anlage, satztechnische Finessen und ihren tonalen Charakter deutlich andere Wege geht, als die bis dahin entstandenen Sinfonien des noch jungen Salzburgers. Vor allem die für Mozart bis dahin ungewöhnliche Tonart ist es, die dem Werk dabei etwas eigentümlich Düsteres verleiht – g-Moll gilt in Mozarts Schaffen und der zeitgenössischen Deutung traditionell als die Tonart der Tragik.
Josef Suk- Tragik bestimmt in besonderem Maße auch die
Symphonie op. 27 des 1874 in Böhmen geborenen Josef Suk.
Ausgebildet bei seinem späteren Schwiegervater Antonín Dvorák,
reagierte er erschüttert auf die Nachricht von dessen plötzlichem
Tod am 1. Mai 1904. Ihm zum Gedächtnis begann Suk
die fünfsätzige Symphonie zu komponieren, die programmatisch
den Titel Asrael trägt, jenen Namen des Todesengels, der
die Verstorbenen ins Paradies begleitet.
Nur wenig später starb auch Suks Frau Otilie. Die Asrael-Symphonie
wurde somit zum Nachruf auf beide Verstorbenen und
ist zugleich ein bedeutendes Zeugnis musikalischen Subjektivismus,
das besonders durch ein dichtes Netz musikalisch-biographischer
Bezüge eine ungeahnte emotionale Wucht entfaltet.
Dame Kiri Te Kanawa singt "Marietta's Lied" - Dirigat Peter Schneider