Peter Iljitsch Tschaikowsky,1. Symphonie g-Moll op. 13Antonín Dvořák -Das Cello eigne sich nicht als Soloinstrument
eines Konzerts, die hohe Lage quietsche, die tiefe brumme und
nur die mittlere sei überhaupt brauchbar. Diese vernichtende
Charakteristik soll Antonín Dvořák dem Instrument beigelegt
haben und dass er sein Cellokonzert op. 104 überhaupt komponierte,
lag wohl nur an der Hartnäckigkeit, mit der ihm der
Widmungsträger des Werks zugesetzt hat.
Entgegen seiner eigenen, anekdotenhaft überlieferten Einschätzung,
erlebte das Konzert allerdings von Beginn an gefeierte
Aufführungen und ist heute gar zu einem Standardwerk
der Cello-Literatur avanciert. Begonnen während Dvořáks
USA-Aufenthalt, ist das Werk aber auch Dokument autobiographischen
Komponierens: Die Melodie des Liedes „Lasst mich
allein!“ verbindet die letzten beiden Sätze und gedenkt Dvořáks
verstorbener Schwägerin Josefina Kounicová.
Peter Iljitsch Tschaikowsky - Dem russischen Volkslied ist hingegen
Peter Iljitsch Tschaikowskys 1. Symphonie verpflichtet.
Das von 1866 bis 1874 unter großen Anstrengungen entstandene
Jugendwerk, das heute meist im Schatten der späten
drei Symphonien steht, orientiert sich in seiner melodischen
Struktur stark am russischen Volkslied. Dies verbindet Tschaikowsky
sowohl mit einer musikalischen Auseinandersetzung
mit seinen Studienvorbildern Ludwig van Beethoven, Robert
Schumann und Michail Iwanowitsch Glinka, als auch mit
Klangvorstellungen, die in seinen späten Werken zum typischen
Tschaikowsky-Ton werden. Das Werk vereinigt somit
westlich orientierte Symphonietradition mit charakteristischer
russischer Klangwelt und rückt den Sinfoniker Tschaikowsky in
gänzlich neues Licht.